DIGITALE DEPRESSION

21:51




Heute möchte ich über etwas schreiben, was mich jetzt schon seit längerer Zeit beschäftigt.
Bei meinem heutigen Versuch in die Uni zu fahren, ohne Musik zu hören oder alle paar Minuten aufs Handy zu schauen, ist es mir mal wieder aufgefallen: einfach alle Menschen in der Bahn schauten auf ihr Smartphone oder hatten Stöpsel in den Ohren. Wir können einfach keine Minute ohne Input mehr ertragen.
Ob es morgens die Snaps sind die man neben dem Frühstück schaut oder Instagram was kurz vor dem einschlafen noch durchgescrollt werden muss - ein Moment der Stille wäre unerträglich.
Ich möchte mich davon auf keinen Fall ausnehmen, nein ich ertappe mich sehr oft selbst dabei wie ich jede Minute versuche mit irgendetwas auszufüllen.
Genau deswegen habe ich in letzter Zeit so oft darüber nachgedacht. Ich merke, dass mir diese Dauerbespaßung nicht gut tut und mich manchmal sogar stresst. Es kann doch nicht gut und auf keinen Fall normal sein, dass man gleichzeitig YouTube Videos schaut, Intragram Bilder durchscrollt und nebenbei noch etwas im Internet sucht. Dass man sobald man alleine unterwegs ist sich komplett ausstöpselt und sich somit von der Umwelt abschirmt. Dass man aller 3 Minuten sein Handy checkt. Wir werden abhängig, gestresst, unglücklich.

Was möchte ich dagegen tun?

Natürlich kann ich nichts gegen diese Entwicklung, die unsere Gesellschaft da einschlägt unternehmen, aber ich kann an mir selbst arbeiten.

Was ich jetzt schon seit ein paar Tagen probiere, ist wirklich komplett ohne Musik Bahn und Bus zu fahren. Ich hatte das Gefühl, dass ich mit Kopfhörern im Ohr einfach komplett in einer Blase bewegt habe. Völlig abgeschirmt von der Umwelt. Dass es mittlereile schon Herbst war und bunte Blätter die Straße zierten, nahm ich gar nicht war. Mir ist es anfangs wirklich schwer gefallen, weil ich das schon sooo lange mache, aber Gewohnheiten lassen sich ändern.

Was ich noch angefangen habe, ist beim Essen nichts anderes mehr nebenbei zu machen. Ich habe sonst wirklich immer Snaps oder YouTube Videos nebenbei geschaut. Plötzlich war das Essen schneller weg als man es sich gewünscht hatte. Dabei sollte essen doch Genuss bleiben und nicht nur so nebenbei ablaufen. Positiver Nebeneffekt: Durch achtsames Essen spürt man seine Sättigung viel besser.

Außerdem möchte ich in nächster Zeit vor dem einschlafen wieder mehr lesen. Früher als die Welt noch nicht so digitalisiert war, habe ich abends immer gelesen. Ich finde das so beruhigend und man kann viel besser einschlafen. Mein Tipp: Handy nicht direkt am Bett laden.

Was ich mir jetzt schon gut angewöhnt habe, ist nicht mehr alle Snapchat Stories anzuschauen. Sonst hatte ich immer einen gewissen Druck alles durchzuschauen. Man könnte ja irgendetwas verpassen. Aber was davon ist bitte so wichtig, wenn es innerhalb von 24h ohnehin wieder gelöscht wird? 
Wusstet ihr dass es sogar schon einen Begriff für die Angst, irgendetwas zu verpassten gibt? "FOMO" steht für "Fear of missing out".


Digital detox – sinnvoll?
 
Das wichtigste, was ich in letzter Zeit gelernt habe ist, Momente der Leere zuzulassen. Es ist wichtig für unsere Kreativität, dass wir unser Gehirn nicht ständig mit Reizen überfluten. Nur so können wir auf neue Ideen kommen, etwas Neues und Bedeutsames schaffen und unsere Fähigkeiten zum Einsatz bringen.








OUTFIT DETAILS:
TOP,NECKLACE: H&M | JEANS,JACKET: ZARA | BOOTS: DEICHMANN |WATCH: FOSSIL | 

Bilder: Frank Thinius

Ich hoffe, ich konnte einige von euch dazu inspirieren auch öfters mal bewusst auf Technik zu verzichten. Ich würde mich freuen wenn ihr mir eure Meinung zum Thema "Digitales Entgiften" und vielleicht sogar eure Tipps dalasst!


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18 Kommentare

  1. Super schöner Post! ch finde es total toll, dass du so ehrlich und authentisch bist :)
    Ich selbst hatte mir letztes Jahr über Weihnachten auch so einen "social Detox" gegönnt und ich kann dir versichern: Es war so viel stressfreier!

    Ps. Auf meinem Blog findet gerade eine Blogvorstellung statt, ich würde mich unglaublich freuen wenn du teilnimmst! ☾

    Ganz liebe Grüße, Julia | www.sere-ndipity.blogspot.de

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    1. Danke für deinen netten Kommentar Julia!
      Das kann ich mir vorstellen dass das stressfreier war!

      <3

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  2. sehe ich genauso! ich hab mir auch vorgenommen weniger zeit am handy zu verdödeln :D :) liebe grüße, feli von www.felinipralini.de

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  3. Hey meine Liebe - ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und finde ihn wirklich super :D

    Zum Thema "Digitale Depression": Du hast so Recht, das ist mir auch schon aufgefallen. Irgendwie lebt jeder wie du so schön sagst, in seiner eigenen "Blase" und man nimmt seine Umwelt gar nicht mehr wirklich wahr.

    Vor allem, wenn man sich selbst in der digitalen Branche bewegt hat man vor allem ständig das Gefühl am Handy alles checken zu müssen. Ganz furchtbar. Am schlimmsten ist es aber finde ich, wenn man mit Freunden unterwegs ist und trotzdem ständig am Handy ist. Deswegen habe ich mir schon vor einiger Zeit vorgenommen mein Handy meist zu Hause zu lassen, wenn ich unterwegs bin ;) Es sei denn es ist wirklich ganz dringend. 100%ige Aufmerksamkeit zurück zu haben hat etwas magisches :D

    Übrigens: Auch sehr schönes Outfit ;)

    Liebe Grüße von einer kleinen Bloggerin aus dem Süden Deutschlands | www.paulinakristina.de

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    1. Hallo Paulina,
      Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar!
      Das Handy zu Hause zu lassen ist auf jeden Fall auch mutig! :D
      <3

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  4. Wunderschöne Bilder, liebe Johanna! Und super spannendes Thema- mir ist besonders in letzter Zeit, auch zunehmend aufgefallen das man einfach permanent auf sein Handy starrt, sich abschirmt und seine Umgebung gar nicht richtig wahrnimmt. Sehr schade eigentlich!;(

    Mir ging es früher ähnlich wie dir, ich habe Abends IMMER gelesen. Aber da waren Handys und das permanente "Online-Sein" noch gar kein Thema...

    Ich würde mich freuen, wenn du dich auch zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zu dem Thema äußerst und uns vielleicht mitteilst wie es bei dir so läuft, was die handyfreie Zeit angeht:)

    Hab ein wunderbares Wochenende<3
    ...

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    1. Hallo Caro,
      Vielen Dank für deinen Kommentar! Es freut mich, dass ich nicht die einzige bin die darüber nachdenkt. Ich werde auf jeden Fall mal berichten wie es mir ergangen ist.
      <3

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  5. Danke für den ehrlichen Post! :) Ich persönlich zwinge mich manchmal selbst dazu das Handy jetzt endlich mal wegzulegen nach dem Motto "ok, in 2 Stunden darfst du wieder raufgucken" oder ähnliches. Abends lesen hilft eh viel besser beim Einschlafen als sich noch diverse snaps anzugucken. Schönes Wochenende <3

    xo, Jo von http://viejola.de/

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    1. Danke dir für deinen Kommentar!
      Ja stimmt, das mache ich auch des öfteren. Vor allem wenn ich gerade lernen muss oder so :D
      <3

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  6. Du hast es sowas von auf den Punkt gebracht, liebes! Mir ging es in den letzten Monaten nicht anders und ich habe gemerkt, dass es einfach too much ist. Alles was du geschrieben hast, stimmt einfach. Früher habe ich auch immer vor dem Schlafen gelesen und das tat immer soo gut. Deshalb habe ich jetzt wieder angefangen und lege bewusst das Handy eine Stunde vor dem Schlafengehen einfach weg. Das tut so gut! :) Toller Post!

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    1. Vielen lieben Dank Morena! Mich freut es, dass mein Post dir gefällt und dass ich nicht die einzige bin, die sich darüber Gedanken macht. <3

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  7. Ich fahre viel Auto und auf der Arbeit ist auch kein Handy erlaubt. Deshalb bin ich auch nicht so "süchtig" danach und bei mir funktioniert es ohne ganz gut :)
    <3 michelle // covered in copper

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  8. Sehr aktuelles Thema, ja also im Bus etc. mag ich das sehr gerne, ich bin nämlich weder morgens noch abends in der Laune mir den Krach im Bus anzuhören ^^ Aber Essen tu ich doch lieber an einem Tisch ohne Handy dafür mit meinen Freunden beim Tischgespräch. Vor dem Einschlafen sollte man ja eigentlich besser nicht auf's Mobile starren aber bisher bin ich da unverbesserlich.

    Liebe Grüsse

    Priscilla

    BEAUTYNATURE

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  9. Tolles Outfit, besonders das Oberteil ist sehr schön :-)

    Liebe Grüße
    janaahoppe.blogspot.de

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